Ev. Friedens-Kirchengemeinde Düsseldorf (Friedenskirche)

Beckerath-Orgel vor der Renovierung

Beckerath-Orgel vor der Renovierung

 

Beckerath-Orgel nach der Renovierung

Nach der Renovierung/Erweiterung (Foto: Thomas E. Götz) 

Nach zwei Reinigungen der Orgel in den 1960er und 1980er Jahren stand 2006 wegen intensiver Nutzung des Instrumentes und starker Verschmutzung ihre Reinigung und Renovierung an. Die Tasten waren im gekoppelten Zustand mittlerweile sehr schwergängig. 500g betrug der Tastendruck, 280g entsprechen dem heute gültigen Ma­ximalwert.  

gewichte_2

 

gewichte_1

Anschauliche Beispiele für die notwendigen Verbesserungen: selbst diese Gewichte schafften es nicht, die Tasten herunterzudrücken


Der pneumatischen Registersteuerung war keine lange Lebensdauer mehr zu prognostizieren, und auch klanglich war die Orgel matt geworden, einerseits durch den Schmutz innen, andererseits durch zusammengesunkene Pfeifenfüße. Nach eingehender Prüfung, zusammen mit dem Orgelsachverständigen der Landeskirche, Günter Eumann, entschied man sich für die Hamburger Orgelbaufirma Hans-Ulrich Erbslöh. Die neobarocke Konzeption der Orgel sollte bei allen Veränderungen und Erweiterungen erhalten bleiben. Darüber hinaus wurden einige technische und klangliche Neuerungen für eine moderne Nutzung des Instrumentes in Gottesdienst und Konzert hinzugefügt.

 

Folgende Punkte wurden im Zuge der Arbeiten umgesetzt: 

- Reinigung aller Pfeifen und der Technik 

- Säuberung und klangliche Instand­set­zung des Instrumentes 

- Ersetzen der pneumatischen Registratur durch elektrische Registerzugmagnete 

- Einbau eines großen Setzers zum Speichern von Registrierungen, die einen raschen Klangwechsel ermöglichen, erweiterbar durch Speicherung auf einem USB-Stick 

- zusätzlicher Einbau von elektrischen Koppeln und Oktavkoppeln für ein leichtgängiges Spiel und eine klangliche Erweiterung 

- Einbau einer Replayanlage, die das Spiel über Midi-Kontakte auf einem USB-Stick aufzeichnen und abspielen kann 

- Einbau eines Funkgerätes zum Stimmen der Orgel, ein Tasten­halter ist nicht mehr nötig 

- Einbau eines Untersatzes 32’ durch zwölf 10-2/3’-Pfeifen für die tiefste Oktave, ab c° wird der Prinzipal 16’ verwendet

- Einbau des Registers Chamade 16’+8’+4’ mit elektrischer Ansteuerung, die in jeder Lage und von jedem Klaviatur aus spielbar ist.

Chamaden (spanische Trompeten) sind Zungenpfeifen, die horizontal in den Kirchraum  klingen. Schon im Barock finden wir in Spanien dieses Register. Durch die exponierte Anbringung erhalten diese Pfeifen eine klanglich hervorgehobene Bedeutung und ver­leihen dem Orgelklang einen festlichen Glanz und solistische Spielmöglichkeiten.

Die Arbeiten begannen am 19. Juni 2006 mit dem Abbau und der Neugestaltung des Spieltisches. Beim Reinigen der Pfeifen und des Inneren der Orgel fand man Risse in der Bodenplatte des Instrumentes. Da die gesamte Orgel sich schon einige Zentimeter in der Mitte abgesenkt hatte, emp­fahl das Gutachten eines Statikers dringend eine Stahlabstützung der tragenden Bodenplatte. Hieran sollten jetzt auch die Chamaden gehängt werden. Der Einbau einer aufwändigen Stahlkonstruktion ließ jedoch die geplante Wiederinbetriebnahme im Oktober 2006 nicht machbar erscheinen. So wurden die Arbeiten im Sommer gestoppt, es durften keine weiteren Pfeifen mehr eingebaut werden, bevor nicht das Instrument gesichert war. Im Oktober und November wurde diese Maßnahme dann ausgeführt. Im Advent baute der Orgelbauer Hans-UIrich Erbslöh, der schon an seinem nächsten Projekt arbeitete, dann weitere Pfeifen ein, die die Orgel zumindest mit 29 der künftig 36 Register an Weihnachten 2006 spielbar machte.

Die fehlenden Pedalzungen und die neuen Chamaden, die von psallite.cantate, der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Kirchenmusik e.V., aus Spenden finanziert und mit den eingravierten Namen der Spender versehen worden waren, wurden im April und Anfang Mai 2007 eingebaut und intoniert. Am 7. Mai wurde die Orgel gutachterlich abgenommen. Am 27. Mai 2007 (Pfingstsonntag) erklang dieses neue Register zum ersten Mal öffentlich in Gottesdienst und Konzert.


Phase 1 - Zwischenstand Ende Juni 06

Phase 2 - Zwischenstand Ende Juli 06

Phase 3 - Zwischenstand Anfang August 06


Weitere Informationen über die große Baumaßnahme und deren Finanzierung erhalten Sie bei Kantor Andreas Petersen (Tel. 0211 - 56 68 88 30, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Vortrag Orgel-Baustelle

Im Rahmen des 1. Internationalen Düsseldorfer Orgelfestivals (IDO) fand am 13.10.2006 (dem ursprünglich angedachten Termin der Wiedereinweihung) ein Vortrag statt, in dem die bisherigen Arbeiten beschrieben und ein Ausblick auf die Zukunft gegeben wurde. Dieser Beitrag ist als PDF-Datei (2,85 MB) hier abrufbar.

Gleichzeitig wurde in der NRZ vom 14.10.2006 ausführlich über die Baustelle berichtet.