Ev. Friedens-Kirchengemeinde Düsseldorf (Friedenskirche)

Die erste Zeit nach dem Krieg gehört der Linderung der ärgsten Not und dem Wiederaufbau. Ganze Straßenzüge sind in Schutt und Asche versunken. Die Wohnungsnot ist unvorstellbar. Und dennoch steigt die Bevölkerungszahl ständig an. Besonders groß ist der Zuzug von Vertriebenen aus den Ostgebieten. Der Anteil der Evangelischen ist bei ihnen sehr hoch. 1948 leben bereits wieder 446.000 Menschen in der Stadt. Aber wie! "Die Knappheit der Lebensmittel, die bei vielen Menschen zu Hungerödemen führte, und das Fehlen von Kochmöglichkeiten bei vielen 'Ausgebombten' oder aus der Evakuierung Heimgekehrten oder aus anderen Besatzungszonen, besonders den polnischen und russischen Besatzungsgebieten, Vertriebenen und Geflüchteten nötigte zur Einrichtung von Volksküchen und Essensausgabestellen. So stellte der Verein für Innere Mission seine Hospizküche im 'Kronenhaus' dem Evangelischen Hilfswerk zur Verfügung".

Nach dem Krieg war lange Zeit nicht klar, was mit der Friedenskirche geschehen sollte. Es wurde überlegt, sie vollständig abzureißen und an ihrer Stelle auf eine angebotene Spende von Christen in Nordeuropa einzugehen und eine sogenannte "Schwedenkirche" aus Holz zu bauen, damit die Gemeinde möglichst schnell wieder eine Gottesdienststätte hätte. Doch dagegen regte sich erheblicher Widerstand, und so beschloss das nunmehr eigenständige Presbyterium die Anträge zu stellen, die Friedenskirche - wenn auch in veränderter Form - wieder aufzubauen. 1951 wird der Grundstein gelegt, und 1953 versammelt sich die Gemeinde erstmals in ihrem neuen Gotteshaus. Nur von außen ähnelt sie noch dem ursprünglichen Bau. Der Turm hat bei weitem nicht mehr seine einstige Höhe und nadelspitze Form. Sehr viel schlichter wird sie als pseudo-basilikale Hallenkirche mit freitragenden Emporen wiedererstellt.

1954 erhält die Friedenskirche ihre drei Chorfenster, eine Glasmosaikarbeit des ehemals Breslauer Künstlers Prof. Martin Domke: Johannes der Täufer, der auferstandene Christus und der Apostel Paulus sind die drei Figuren, die heute den Eindruck des Kirchraums dominieren. Eine ursprünglich ebenfalls geplante Gestaltung der übrigen zwölf Fenster an den Seiten wurde aus Kostengründen bis heute nicht realisiert. Anfang 1955 wurde die neue Beckerath-Orgel in Dienst gestellt. 

Domke-Chorfenster   nicht realisierter Entwurf Seitenfenster   Beckerath-Orgel
Die drei Chorfenster, entworfen von Prof. Martin Domke (1911 - 2005)
 
nicht realisierter Entwurf eines Seitenfensters
 
Beckerath-Orgel