Ev. Friedens-Kirchengemeinde Düsseldorf (Friedenskirche)

Veranstaltungsreihe zum 9. November und dem Schicksal von Juden in Deutschland

Das Leben, das wir heute führen, hat seine Wurzeln in der Vergangenheit. Darum ist es wichtig, ein Bewusstsein für Geschichte zu erhalten, sich damit
auseinander zu setzen, was geschehen ist und Konsequenzen für unser heutiges Tun daraus zu ziehen. Gerade Kirche als gesellschaftliche und moralische Instanz ist hier in der Verantwortung. „Wir müssen die Geschichte kennen, verstehen, und wir müssen sie aushalten,“ hat der frühere Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland Dr. h.c. Nikolaus Schneider einmal gesagt.

2017 haben wir mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen an Martin Luther, den Thesenanschlag und die Reformation erinnert.

In diesem Herbst veranstalten wir eine Reihe zum 9. November, denn die Pogrome von 1938 jähren sich zum 80. Mal. Jüdische Synagogen und Geschäfte wurden geplündert, geschändet oder in Brand gesteckt. Tausende Juden wurden misshandelt, verhaftet oder getötet. Wohnungen wurden verwüstet. All das geschah auch in Düsseldorf. Daran wollen wir erinnern und zu Frieden, Miteinander und Versöhnung aufrufen.

Am Freitag, 9. November laden wir ein zu einem Gedenkabend für diesen geschichtsträchtigen Tag. Texte und Musik erinnern an die Vergangenheit
und mahnen dazu, sich für Frieden und Freiheit einzusetzen.

Eine Ausstellung der Bilker Heimatfreunde in unserer Kirche zeigt auf eindrückliche Weise das Schicksal jüdischer Familien, die aus Bilk deportiert wurden. Die Berichte über ihr Leben gehen unter die Haut. Die Ausstellung steht nicht nur unserer Gemeinde offen, sondern auch einer interessierten Öffentlichkeit. Darüber hinaus laden wir auch unsere Jugendgruppen und die weiterführenden Schulen der Umgebung ein, sich auf Geschichte unter einem solch persönlichen Aspekt einzulassen und darüber ins Gespräch zu kommen.

Wir hoffen, dass es zu verwirklichen ist, dass das Düsseldorfer Schauspielhaus Ephraim Lessings „Nathan der Weise“ in der Kirche aufführt.

Vom 25. bis 28. Oktober lädt eine Studienreise nach Berlin dazu ein, das jüdische Museum der Stadt zu besuchen, in dem die Geschichte eindrücklich Gestalt
gewinnt. Außerdem sind eine Stadtführung auf Spuren des jüdischen Berlins und der Besuch der Ausstellung „Bestandsaufnahme Gurlitt“ geplant.

Unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden werden die Mahn- und Gedenkstätte besuchen.

Martin Kammer und Konstanze Meschke